Donnerstag, 7. Mai 2009
Himmel, wie die Zeit vergeht

Mit der Zeit ist das schon eine komische Sache: Sie kann unendlich lang empfunden werden, aber meistens ist sie viel zu kurz. Sie ist unsichtbar, kann aber trotzdem gemessen werden. Die Zeit hat unser Leben im Griff!

Koinboin spürt beeindruckt wie schnell die Zeit vergeht. Gerade war die freundliche Putzfrau in Eritrea geboren, da und hat die Tür zugemacht, steht sie schon wieder da. Hallo, schon wieder eine Woche rum, sieben Tage sind's.

Der nächste Zeitmesser, die Billenschachdel oder Medikamenten-
dosierer-Vorratsschachtel für sechs Tage, nicht für eine ganze Woche, sieben Tage, weil halbe Tabletten verschrieben sind und die harmonieren nicht mit sieben. Denn wohin mit den aus der Folie rausgepuhlten restlichen halben Tabletten. Mülleimer? Frevel! Toilette? Noch grösserer Frevel. Mithelfen bei der Gesundheitsreform ist Sache. Deshalb lässig für sechs Tage tablettenmagazinieren.

Das gleiche Spiel mit den Speiseplänen, dauernd werden sie einem unter die Nase gehalten zum Auswählen und Ausfüllen. Den dafür notwendigen Kugelschreiber kann man sich getrost um den Hals hängen.

Kaum war Koinboin beim Friseur, sind vier Wochen rum, der Kollektor ist wieder fällig für eine Drei-Millimeter-Frisur.

Der Getränkedienst steht auch dauernd da, alle vierzehn Tage. Aber was soll er machen, die Kiste Cola ist leer.

Heidenei, schon wieder eine Woche rum, morgen wird der Wäschesack mit leeren Kleiderbügeln abgeholt.

Irgendwie hat Koinboin das Gefühl das die Zeit, umso älter man wird, immer schneller vergeht. Kennt ihr das Gefühl auch? Momentan rennt die Zeit wirklich. Manchmal weiß Koinboin schon gar nicht mehr, welcher Wochentag ist, so schnell ist ein Tag rum.

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Mittwoch, 6. Mai 2009
Hast Du Strom?

Als Koinboin so bei einer Ausflugsfahrt durch die Weinberge auf landwirtschaftlichen asphaltierten Wegen mit seinem E-Rolli so dahin zockelt, begegnet ihm, schon von weiten als Familie erkennbar, eine Frau mit zwei Kindern, ein Mädchen und ein Bub. Als Koionboin an der Familie vorbeifahren will, fragt der Bub Koinboin:

- Hast Du Strom?

Koinboin bejaht die Frage:

- Ja, ich habe Strom.

Der Bub zu seiner die Kinder begleitenden Oma:

- Oma, der Mann hat Strom.

Die Oma bekräftigt die Aussage:

- Ja, der Mann hat Strom.

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Dienstag, 5. Mai 2009
Wie auf einem Mustang durch die Prärie

Koinboin hat nun bei mehreren Entdeckungsfahrten mit seinem E-Rolli, ohne irgendwelche Begleitung, rund um das AldeHalde-Archipel seine Erfahrungen gesammelt, die Koinboin nun in einem Bericht wiedergibt.

Bei einem Erkundungsausflug, abweichend von der Hauptstrasse, zwischen Streuobstwiesen und Waldrand mit eingestreuten Datschen, führt das Nebensträssle schon von der Ferne aus zu sehen, einem Buckel entgegen. Der Motor schafft wie ein Irrer, Koinboin denkt noch so: Gleich hat er's. Motor und Funk-
übertragungssteuerung bilden angesichts des zu überwindenden Klopses sauergeworden ein Team und streiken dergestalt, dass urplötzlich der E-Rolli, wie ein wildgewordener Mustang, eine Kehrtwendung um etwa hundert Grad macht und zum Stillstand kommt. Mannometer ist Koinboin erschrocken und erinnert sich, diesen Fall in der Bedienungsanleitung gelesen zu haben. Koinboin ist so schnell wie möglich, mit dem Gefühl schlotternder Knie, zurück zur Hauptstrasse gefahren. Der Akku und das Steuergerät war zu diesem Zeitpunkt etwa ein Fünftel leergefahren. Die mit einem Joystick gesteuerte Geschwindigkeit und Richtung war auch beleidigt, der E-Rolli glitt dahin, der Heimat entgegen, wie ein gefühltes Hovercraft.

An die Fahrkunst und Aufmerksamkeit werden aufgrund der Verschiedenartigkeit der Gehwegbelege, der Bordsteinkanten, Kopfsteinpflaster und Geländebuckel volle Konzentration verlangt.

Rauf- und Runterfahren von Bürgersteigen oder anderen Erhöhungen sollten immer mit zwei Vorderrädern gleichzeitig - wegen seitlicher Umkippgefahr - gemacht werden.

Strassenseitenwechsel wird auch durch plötzlich strassenmittig eingelassene Regenwasserablaufrinnen erschwert, parkende Fahrzeuge machen das mehrmalige Überfahren dieser Rinnen notwendig.

Die Bürgersteige sind wegen des Regenwasserabflusses zur Strasse hin schräg abfallend gestaltet, es ist nicht viel, aber ein komisches Gefühl kommt auf, man meint immer, jetzt gleich fällt er um, der Rolli.

Dann ein grosses Ärgernis. Hat man endlich eine Stelle mit abgeflachten Bordsteinen gefunden, kann sie aber nicht benutzen, weil ein Auto davor geparkt ist, dadurch ist die Überquerung der Strassen sehr erschwert, weil die ganze Verkehrsituation oft nicht übersehen werden kann.

Es gilt das Motto, runter kommen sie immer, aber rauf nicht mehr, d.h. halbhohe Bordsteine kann man schon mal runterfahren, aber beim Rückweg kommt man dann nicht mehr rauf, auf den Bürgersteig. Auch nicht mit dem Rückwärtsfahrtrick, weil die Kippstützen gegen Rückwärtsumkippen das verhindern.

Nun noch eine Bemerkung zu der Schwaben liebstes Kind, der Kehrwoche. Wenn sie nicht durchgeführt wird, liegen als Hindernisse auch Steine, Strassenschotter und Aststücke auf den Gehwegen, die beachtet werden müssen, ansonsten kann beim Überfahren dieser Dinge schlagartig die Spur der beiden kleinen Vorderräder, durch den Fahrer unbeeinflusst, unvorteilhaft geändert werden.

Die Räder des Rollstuhl passen sich dem Untergrund an, alle vier Räder haben immer Bodenkontakt, was bedeutet, das Gestell des Rollstuhls verwindet sich dementsprechend. Im Prinzip ist er auch nicht hauptsächlich für den Strassengebrauch konzipiert.

Manchmal könnte man den Eindruck haben, die Schweissnähte gehen auf, das Gestell wird derart durchgeknetet wie ein Kuchenteig.

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