Montag, 2. März 2009
Nassauer, Lutscher und Konsorten
Koinboin empfindet ihn als Nassauer, der überall seine Futter- und Info-Stellen hat, die fast täglich abgeklappert werden. Überall wo es etwas zu essen gibt, ist er dabei.

Ein Egoist (Das Duden-Fremdwörterbuch beschreibt Egoismus als 'Ich-Bezogenheit', 'Ich-Sucht', 'Selbstsucht', 'Eigenliebe') ohne gleichen, Hauptsache ich. Die in der Alde Halde eingeschränkten Möglichkeiten Einkaufen zu können, nutzt er für sich, ohne z. Bleistift wenn er die Möglichkeit dazu hat, andere zu fragen, ob er ihnen etwas, z.B. vom Metzger, mitbringen kann.

Beim Mittagessen wird der Eintopf am Samstag ausgeschenkt, zuerst an die Frauen, aber nein, der erste Teller der angereicht wird, ist...

Einziges Gesprächsthema, von ihm angeregt, beim Mittagstisch: Fussball; FC Bayern und FC Bayern... täglich, Tag für Tag, wochentags, sonntags, feiertags...

Neid gepaart mit Schadenfreude lassen ihn zu der ernstgemeinten Aussage hinreissen, einem Rollstuhlfahrer die Luft aus den Reifen zu lassen. Viel Spass mit den Vollgummireifen...

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Geht man zur S-Bahn trifft man häufig auf Kids oder Jugendliche, die nassauern und fragen, ob man denn nicht mal 'nen Euro für sie hätte. Viele gehen vorbei, ohne einen Blick zu riskieren.

Bahnhöfe ziehen viele Kinder und Jugendliche an, die es entweder nicht mehr zu Hause aushalten und/oder aus Heimen geflüchtet sind. Es stellt sich dabei sicherlich die Frage, warum Kinder und Jugendliche den Lebensort Bahnhof und Straße vorziehen und somit viele Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen, auf die man als normaler Bürger gern verzichtet.

Nicht nur Kids und Jugendliche, sondern aus ausländische Mitbürger, haben am Wochenende den Bahnhof zu ihrem Treffpunkt gemacht. Sie glauben wohl hier ihrer Heimat am nähesten zu sein.

Koinboin weiss auch nicht wie er drauf kam, aber die Begriffe haben ihn näher interessiert. Was das mit Strassenkindern zu tun hat, weiss er auch nicht so recht. Ausser die Erinnerung an den Namen Tine, deren Name rund um den Stuttgarter Bahnhof als Suchmeldung an vielen Mauern, Denkmälern, Bäumen u.a. in einer herzzerreissenden Schrift hingeklekst war.

Nassauern = volkstümlicher Ausdruck für das Ausnutzen eines Vorteils auf Kosten anderer oder auf Kosten anderer leben, sich durchbetteln; sich durchfressen, schnorren; (salopp): melken; (abwertend): schmarotzen.

Da das Herzogtum Nassau über keine eigene Universität verfügte, schloss Herzog Wilhelm von Nassau-Weilburg am 28. Oktober 1817 einen Staatsvertrag mit dem Königreich Hannover. Die Königlich-Hannoversche Georg-August-Universität zu Göttingen wurde dadurch zur Nassauischen Landesuniversität.

Herzog Wilhelm von Nassau richtete für seine "Landeskinder" aus dem Herzogtum Nassau durch Staatsvertrag mit dem Königreich Hannover an der Göttinger Universität in der dortigen Mensa einen sog. "Freitisch" ein, an dem diese Studenten aus Nassau umsonst verköstigt wurden. Hat sich dann dort ein Fremder, ein Nicht-Nassauer, ein Essen erschlichen, so nannte man diese Form der Vorteilsnahme fein ausgedrückt: "sich für einen Nassauer ausgeben", eben: "nassauern". Den wirklichen Nassauern stand jedoch diese Verköstigung zu.
Von einigen Historikern wird jedoch vermutet, daß die Geschichte mit den Freitischen erfunden wurde, um die Ehre des Landes wieder herzustellen.

Lutscher bezeichnet einen Radrennfahrer, der ständig im Wind-
schatten anderer fährt. Dies ist zwar Kraft sparend und kann bei einem Rennen von großem Vorteil sein. Doch es ist nicht fair, selbst keine Führungsarbeit zu leisten.

Konsorten sind Mittäter, Beteiligte, Mitschuldige, im 16. Jh. aus lateinisch consortes, dem Plural von consors = an etwas gleichen Anteil habend, Teilhaber, Mitgenosse entlehnt. Entsprechend zu frühest Consort = Gefährte, Genosse. Die schon im 16. Jh. nachweisbare pluralische Verwendung stammt vermutlich aus der Gerichtssprache, die darunter Kumpane, Spießgesellen, eine Clique von Mittätern versteht, seit Ende des 18. Jhs. besonders in der Fügung ... und Konsorten (hinter Eigennamen). Zu lateinisch consors gebildetes lat. consortium = Teilhaberschaft, Mitgenossenschaft, Güter-
gemeinschaft ergibt in der Kaufmannssprache Konsortium = Genossenschaft, Handelsgesellschaft, Bankengruppe (17. Jh.).

Quelle: www.matthaei-und-konsorten.de/

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Sonntag, 1. März 2009
Koinboins Umzugserlebnisse
Koinboin sitzt nun im komplett eingerichten Apartment ATH14 vor seinem Schreibtisch und berichtet zunächst über den Umzug.

Alles wohl geplant, Telekomservicemann ist pünktlich da, zu pünktlich wie sich später herausstellt. Das Malheur entsteht dadurch, dass Koinboins Schreibtisch weit entfernt von der Telefondose steht und für die PC-Installation mit einem acht Meter langen Kabel überbrückt werden muss. Das beim Media-Markt gekaufte Festnetzkabel, so der Name der Telekom, findet beim ersten Telekomservicemann Zustimmung für die Verwendung. Mitten in die Verdrahtung von Router und Splitter treten die Spediteure, über die auch noch berichtet werden soll, auf den Plan. Koinboins Krankenbett passt nicht durch die Tür. Tochter Sabine überwacht den Telekomservicemann, muss die zwei Spediteure, besser wäre Amateure, zum Hauruck auffordern, Bett ist drin, in der Wohnung, aber der PC noch nicht. Also, PC kann nicht ausprobiert werden.

Telefon ist angeschlossen und tutet, es funzt. Der Telekomservice-
mann meint, alle Kabel gesteckt bis auf das zum PC, wenn PC da, Kabel einstecken und fertig.

Der Umzug geht weiter. Die zwei Speditionsamateure, ein Schwabe und ein Sizilianer, arbeiten Hand in Hand. Mein Schreibtischregal muss angebracht werden. Drei Teile sind’s, ein Seitenteil mit verschliess-
barem Kasten, der Rest Regale und zwei seitlich anzubringende Regale, insgesamt sechs Löcher sind zu bohren, verdübeln und Haken einsetzen. Einsetzen ist gut, Hirn einsetzen, denn die grosse Preisfrage lautet: Wo kommen die Löcher hin?

Das ist nach langem Überlegen klar. Das Bohren der Löcher: Wie sich’s gehört: Der Schwabe kommandiert: Maschine geradehalten, winkelrecht u.a., der Sizilianer bohrt. Nach dem Setzen der Dübel treten riesige Probleme auf, der Abstand Wand zum Regal lässt sich nicht zufriedenstellend einstellen, das Regal wackelt. Geschimpfe: Wie kann man nur so Regale bauen, Scheisse und nochmal Scheisse. Koinboin greift ein und bestimmt: Wenn das Regal eingerichtet ist, wackelt nichts mehr, fertig, Punkt.

Probiere mein Bett aus, wenn ich den Knopf Kopfteil drücke, müsste sich das Kopfteil linker Hand anheben, aber nein, rechter Hand erhebt sich das Kopfteil. Also Bett rumdrehen, fertig, Punkt...

Das Tohuwabohu lichtet sich, alles steht an Ort und Stelle, die Speditionsamateure freuen sich, sowas Schweres zu ihrer eigenen Zufriedenheit, zufriedenstellend erledigt zu haben. Echte Handwerksarbeit...

Nun PC anschliessen und fertig. Schön wär’s gewesen, kein TDSL, kein Internet, keine Bildzeitung, kein Blog...

Die Suche beginnt:

Mittwoch: Koinboin weiss, dass der Router vier Dioden, jeweile zwei oben und zwei unten, im Hochhaus angezeigt hat, jetzt im Parterre nur noch drei Dioden, ausserdem ist ein Kabel übrig. Der Projektleiter Sabine behauptet, alles ist richtig. Es stellt sich später auch als richtig heraus. Warten bis

Donnerstag: Als wenn sie’s gerochen hätte, ruft die Telekom an: Wie geht’s, alles in Ordnung? Die Verneinung löst grosses hörbares Erstaunen aus. Sie würden alles tun, das sobald wie möglich in Ordnung zu bringen, es fallen viele unverständliche Fachworte, Fragen nach Fabrikat und Passwort, gemeint ist Fabrikationsnummer, das Passwort lässt sich nicht in den Routerbildschirm eingeben. Nach dem Motto, haste ma ne Maak, Haben Sie mal die Installationsanweisung des Routers zur Hand. Koinboin kocht vor Wut, selbst so ein Weltunternehmen hat nur Amateure. Installationsanweisung, Koinboin glaubt, er steht mit hochgeklappten Fussnägeln im Wald. Abbruch aller Aktionen. Überprüfen alles, rufen morgen Freitag wieder an.

Freitag: Anruf erfolgt am späten Nachmittag. Kaum zu glauben. Geht’s immer noch nicht. Schicken einen Techniker. Koinboin meint: Freitag und Telekomtechniker. Der kommt nächste Woche. Herrgottnochmal, was ist denn jetzt schon wieder los, es schellt. Die Telekom ist da. Schnell stellt sich der Fehler heraus, das lange, acht Meter lange, schwarze, vom ersten Telekomservicemann für gut befundene, Kabel ist’s. Ausgetauscht gegen ein rotes Kabel und die Welt ist wieder in Ordnung. Internet, Bildzeitung, Blog tauchen aus den Tiefen der verkabelten globalisierten Welt auf...

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Samstag, 28. Februar 2009
Frühstücks- und Mittagstischweiche
Koinboins Super-Erlebnistag ist nun vorbei
  1. Aschermittwoch
  2. Geburtstag der ältesten Tochter Sabine
  3. Koinboins Rollstuhl wurde mit dem Elektroantrieb max-e ausgerüstet
  4. Umzug vom Hochhaus ins Parterre des Atrium
Koinboins elektrifizierter Rollstuhl wurde gestern vormittag, kurz vor dem Mittagessen, übergeben.
Ohne das Koinboin sich intensiv mit dem ausgebauten (im Sinne von erweitert) Rollstuhl - ohne Fahrtraining - beschäftigen konnte, wollten penetrant hartnäckige Mitbewohner, alles wissen: wie schnell ist das Fahrzeug, wie lange hält der Akku,... Was machen Sie, wenn Sie einen Platten haben? ...

Koinboins Vorschlag, alle Fangfragen am nächsten Tag zu beantworten, wurde widerwillig zugestimmt. Der reinste Neid und grosse Ungeduld triefte ihnen aus den Augen. - Scheinen alle was an der Schildkröte sorry Schilddrüse zu haben.

Koinboin hat, um dem ganzen Theater die Spitze zu nehmen bzw. aus dem Weg zu gehen, zum Mittagstisch einen Schlapphut aufgesetzt. Jetzt war der Schlapphut und das sich darunter befindliche Gesicht das Gesprächsthema. Man sollte nicht glauben, wie leicht sich Leute manipulieren lassen.

Um eine größere Veranstaltung durchführen zu können, wird der Betrieb im Speisesaal und in der Caferteria für einen Tag eingestellt und in andere Räumlichkeiten verlegt.

Da jetzt keine Sitzordnung vorgegeben ist, sind die freien Plätze vorgedeckt; Tasse, Glas, Butter oder Margarine, Marmelade verschiedener Auswahl usw.

Jetzt geht's los.
- Sie können sich hinsetzen wo sie wollen.

- Früher bin ich da gesessen, aber jetzt sitzt da schon jemand.
- Ich hab Orangensaft, will aber nur Mineralwasser.
- Warum hab' ich noch keinen Kaffee, der da drüben hat schon Kaffee?
- Warum steht da kein Stuhl? Das ist doch mein Platz, da bin ich früher immer gesessen.
- Warum krieg ich kein Glas, ich trinke morgens immer Wasser?
- Die anderen haben ein Joghurt, ich aber nicht.
- Ich hab drei Honig, brauche aber vier.

Eine kleine Auswahl. Ungeduld, Neid und Egoismus geben sich die Hand.

Auffallend war, dass alle Tische zuerst nur jeweils mit einer Person besetzt war. Die reine Platzangst gegenüber Mitbewohnern. Wenn man so eng aufeinanderhockt, weiss man viel zu viel über den anderen, gewollt oder nicht, Stasi oder nicht, man grenzt sich ab und daher die Unsicherheit, jeder will in seiner gewohnten Umgebung bleiben.

Abweichung von Thema: Koinboin wollte seine Schlüssel von seiner alten Wohnung da abgeben, wo er sie gegen Unterschrift abgeholt hatte. Wurde aber an des Chefs Assistentin verwiesen. Koinboin müsse mit ihr eine Wohnungsbegehung machen, denn es hätte schon Fälle gegeben, wo Leute Kühlschränke, Kloschüsseln u.a. beim Auszug mitgenommen hätten, weil keine Wohnungsbegehung stattgefunden hätte.
Mit diesen Informationen ausgerüstet hin zur Assistentin und Termin holen. Aber es geht anders aus als Koinboin dachte. Keine gemeinsame Wohnungsbegehung; mein Einwand, ich könne doch eine Kloschüssel entfernt haben, wurde nicht akzeptiert, lachend meinte sie, dann käme sie persönlich und würde in meiner jetztigen Wohnung die Kloschüssel ausbauen. Toll, konnte mein Anliegen durchführen und die Schlüssel abgeben, Hauptsache Koinboin ist sie los, die Schlüssel.

Nun zurück zum Ausweichmanöver. Mittagstisch. Jetzt waren die Essensplätze, wie gewohnt, numeriert. Alles lief wie gewohnt in geregelten Bahnen. Das schwäbische Nationalgericht Linse un Schpätzle mit einem Paar Saiten(wurscht) gab's.

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