Das ist einfach toll. Funkgesteuert öffnet sich die Seitentür und eine zweigliedrige flache Rampe entfaltet sich. Und überwindet so auch Bordsteine. Der Fahrer schiebt nun den Rolli über die Rampe ins Auto und dreht den Rolli um 90 Grad in Fahrtrichtung und befestigt die 5-Punkt-Gurte durch Einhaken in Querlaschen. Nach ca. 2 Minuten kann es losgehen bzw. ist man fahrbereit.
Koinboin hat das Rollstuhltaxi für eine Stadtfahrt, um ZehnDreissig bestellt. Das Taxi kommt aber nicht.
Koinboin telefoniert und bekommt die Auskunft, man hätte vergessen die Anforderung zu notieren, ausserden sei der Chef unterwegs, würde einen neuen Termin mit Koinboin vereinbaren.
Tatsächlich ruft der Chef nach einer Weile zurück, entschuldigt sich und vereinbart mit Koinboin: nächster Tag, gleiche Zeit.
Nach weiteren zwei Stunden ruft der Chef wieder an, sagt, wenn's mir recht wäre, könnten wir die Fahrt sofort, in zehn Minuten, durch-
führen. Koinboin stimmt zu.
Das Taxi kommt und die Fahrt geht zur Bank. Koinboin muss nachladen, hat keine Munition mehr.
Am Zielort (Arzt oder Bank) begleitet Koinboin der in allen Dingen freundliche und hilfsbereite Fahrer wie ein Leibwächter. Die Leute glotzen als wären wir vom anderen Stern. Die schwarzen, langen Haare und die drahtige, kleine Statur machen schon was her. Aber von wegen Leibwächter, ein halbes drahtiges Hemd ist er, mein Begleiter/Taxifahrer. Koinboin traut ihm aber zu, in einer unteren Gewichtsklasse, ein Barfusskämpfer/Kickboxer zu sein.
Nach Behandlungsende beim Arzt oder Erledigung der Bankgeschäfte gehts zurück zum Startort.
Das 20-minütige Bank-Hin- und Rückfahrtvergnügen kostet in der Regel 20 Euro.
Aber zur Überraschung kostet es heute 30 Euro, weil die grössere Anfahrt den Mehrpreis rechtfertigen würden. Beim nächsten Mal wieder wie üblich 20 Euro.
Koinboin lässt sich nichts anmerken und bezahlt mit steinener Miene die geforderten 30 Euro.
Genau betrachtet ist das nicht richtig, für den Fehler der nicht notierten Taxifahrt und dann auch noch für die vorgezogene Fahrt bei längerer Anfahrt kann doch Koinboin nicht haftbar gemacht werden, zumal die Stadtfahrt einen Tag später wieder den Normalpreis gekostet hätte.
Fazit: Beschiss kommt auf den Tisch, das kriegt der Chef noch aufs Brot geschmiert...
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Lecker Frühstück. Vierer-Tische mit weissen Tischdecken. Buffet für Vollkostler und Diabetiker.
Zur Auswahl stehen verschiedene Brotsorten, Brötchen, Butter, Margarine, Wurst, Käse, Marmelade, u.v.a.; Service-Personal hilft und bringt das Ausgewählte an den jeweiligen Stammplatz.
Koinboin gegenüber sitzt eine ältere Frau, nicht Dame, handhabt irgendwie verunsichert Messer und Brötchen, fühlt sich beobachtet. In Wahrheit beobachtet sie ihre Umgebung. So auch Koinboin.
Koinboin zerlegt ein Brötchen, sein Gegenüber kriegt Stielaugen als Koinboin den sich gebildeten Brötchen-ungebacken-Knubbel in das für Frühstücksabfall bestimmte Behältnis steckt.
Das habe sie ihr lebtaglang noch nicht gesehen, sagt die ältere Frau streng. Koinboin markiert den Ahnungslosen und fragt, was denn gemeint sei.
Man könne doch den Brötchen-ungebacken-Knubbel nicht einfach wegwerfen, meint streng die ältere Frau.
Koinboin kommt langsam in Fahrt und fragt, ob er den Brötchen-ungebacken-Knubbel etwa in die Hosentasche stecken solle.
Nein, den Vögeln mitbringen, meint die strenge ältere Frau.
Koinboin ist verunsichert, beobachtet Leute an anderen Tischen, die den Brötchen-ungebacken-Knubbel auch nicht in die Hosentasche stecken, sondern in das Abfallbehältnis.
Koinboin zu sich, du musst die Alte beobachten, wie die das macht. Und jetzt kommt's.
Die strenge ältere Frau schneidet ihr Vollkornbrötchen auseinander, es bildet sich ein Vollkornbrötchen-ungebacken-Knubbel, den die strenge ältere Frau genussvoll, weil sie weiss, dass sie von Koinboin beobachtet wird, in das Brötchen hineinknetet, und hineinknetet...
Koinboin ist fertig mit frühstücken, verabschiedet sich artig, macht das Winston Churchillsche Victory-Zeichen und rollt mit seinem Rolli - unter Mitnahme eines zweiten Frühstücks, einem Joghurt - dem Ausgang entgegen.
Auch nach dieser Lehrstunde steckt Koinboin den Brötchen-ungebacken-Knubbel in ein Abfallbehältnis. Sollen sie, die Bäcker, doch ihr Handwerk unbeanstandet ausüben, dann gibt's auch keine ...
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Koinboin war schon in der Lehre, also etwa 1955. Es gab zu Mittag, gewissermassen als Vorspeise eine klare Hühnersuppe, sozusagen mit ohne. Koinboin schnappt sich die Maggiflasche und färbt seine Hühnersuppe bräunlich ein. Vater das sehen, aber zu spät, Koinboin war schon fertig mit Einwürzen.
Vater spricht ernsthaft mit sonst nicht üblicher tiefer Stimme, von wegen delikatem Hühnersuppengeschmack, Banause, kein Gourmet, hier Maggi nicht angebracht, blablabla...
Koinboin muss jedesmal, wenn er die Maggiflasche benutzt, an diese Geschichte denken.
Kaum zu glauben, aber am gleichen Tag schickt Vater Koinboin Koinboin wegen einer Nichtigkeit als Strafe Samstag nachmittags bei minus 25 Grad Celsius auf den Hinterhof zum Holzhacken.
Auf dem Hof hat sich's Koinboin gemütlich gemacht und sich Holz gehackt, ein Feuer angezündet und die Holzscheite verbrannt. Am wärmenden Feuer hat sich Koinboin die Hände gewärmt und blickt zum Küchenfenster. Wer glozt zum Fenster heraus. Vater, hämisch grinsend.
Koinboin zu sich: Warte, ich krieg dich und nimmt die Holzhackerei wieder auf.
Vater glozt immer noch.
Mit gewaltigem Schwung schlägt Koinboin mit der Axt so auf den Holzblock, daß die Schneide haarscharf hinter dem Holzblock landet und der Stiel krachend abbricht.
Weil keine zweite Axt oder Beil vorhanden war, war somit die Arbeit im Eiskalten beendet.
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