Montag, 16. Februar 2009
...zurück zum Ursprung der Menschheit?
Koinboin wird immer wieder mal zaghaft gefragt, wie das so mit dem Verlust seiner Beine gewesen sei.

Koinboins lapidare, der Wahrheit entsprechende, kurze Antwort: Durchblutungsstörungen.

Das Ganze hat aber schon sieben Jahre vor dem Wegfall beider Beine angefangen. Schon damals, in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts, wurde zur Durchblutungsunterstützung ein Bypass in der Dicke eines kleinen Gartenwasserschlauchs von der Halsschlagader zu den Beinen verlegt.

Jetzt, urplötzlich, September NullAcht, ist der Bypass - Arztsprache kurz und bündig: ZU. Anfang der Misere und Folge: schwarze Zehen. Man könnte meinen, Koinboin wollte nach Millionen von Jahren zeigen, dass er anerkenne aus Afrika, der Menschheit Ursprung, zu stammen.

Immer noch müssen viele Oberschenkelamputationen als „ultima Ratio“ (= von lat.: ultimus: der Letzte und ratio: Vernunft) dem letzten Lösungsweg, das letzte Mittel oder den letzten Ausweg in einem Interessenkonflikt bezeichnet werden. Wenn zuvor alle sonstigen im ethischen Sinne vernünftigen Lösungsvorschläge verworfen wurden, da mit ihnen keine – oder angeblich keine – Einigung erzielt werden konnte.

Koinboins Schmerzen verursacht durch arbeitslose Nervenzellen.

Koinboin macht nicht nur der Verlust beider Beine zu schaffen, sondern auch die immer wiederkehrenden Schmerzen, die eigentlich gar nicht mehr dasein dürften: Phantomschmerzen.

Auslöser dafür sind u.a. Nervenzellen, die durch die Amputation praktisch arbeitslos geworden sind, sagt Prof. Dr. Thomas Weiß von der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Diese Nervenzellen erinnern sich nach dem Verlust des Körperteils, für das sie zuvor zuständig waren, an frühere Schmerzreize. Und so kommt es, dass die Betroffenen z.B. Schmerzen in einem Bein empfinden, das sie gar nicht mehr haben, so der Psychologe weiter.

Nach Amputationen sucht sich das Blut neue Bahnen, und die Stümpfe werden wieder versorgt, sonst wären sie schon längst abgestorben.

Koinboin hat oft über das Sterben nachgedacht, Angst vor dem Tod hat Koinboin eigentlich nicht, aber Angst vor dem Sterben, vor einem Dahinsiechen, verkabelt und verschlaucht - schlaucht am meisten, vor Schmerzen, noch mehr Schmerzmittel, Morphin (= Morphium nach Morpheus, dem griechischen Gott der Träume und des Schlafes)...

Koinboin hadert nicht mit seinem Schicksal, er glaubt ein erfülltes Leben gehabt zu haben und genießt den jetzigen Lebensabschnitt, auch wenn er etwas eingeschränkt, nicht beschränkt = plemplem, ist. Die bei schlechtem, dunklen Wetter aufkommende Schwermütigkeit versucht Koinboin mit Gewalt zu unterdrücken..., sonst alles klar, keiner weiss Bescheid...

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Sonntag, 15. Februar 2009
Gedankensprünge oder Sprung in der Schüssel
Jeder von uns hat seine ganz eigenen Macken und Fehler und den Sprung in der Schüssel, aber gerade sie sind es, die unser Leben so interessant und lobens- oder lohnenswert machen.

Erster Sprung
Es war einmal eine alte chinesische Frau, die zwei große Schüsseln hatte, die von den Enden einer Stange hingen, die sie über ihren Schultern trug.

Eine der Schüsseln hatte einen Sprung, während die andere makellos war und stets eine volle Portion Wasser fasste. Am Ende der lange Wanderung vom Fluss zum Haus der alten Frau war die andere Schüssel jedoch immer nur noch halb voll.

Zwei Jahre lang geschah dies täglich: die alte Frau brachte immer nur anderthalb Schüsseln Wasser mit nach Hause. Die makellose Schüssel war natürlich sehr stolz auf ihre Leistung, aber die arme Schüssel mit dem Sprung schämte sich wegen ihres Makels und war betrübt, dass sie nur die Hälfte dessen verrichten konnte, wofür sie gemacht worden war.

Nach zwei Jahren, die ihr wie ein endloses Versagen vorkamen, sprach die Schüssel zu der alten Frau: „Ich schäme mich so wegen meines Sprungs, aus dem den ganzen Weg zu deinem Haus immer Wasser läuft.“

Die alte Frau lächelte.“Ist dir aufgefallen, dass auf deiner Seite des Weges Blumen blühen, aber auf der Seite der anderen Schüssel nicht?“ „Ich habe auf deiner Seite des Pfades Blumensamen gesät, weil ich mir deines Fehlers bewusst war. Nun gießt du sie jeden Tag, wenn wir nach Hause laufen. Zwei Jahre lang konnte ich diese wunderschönen Blumen pflücken und den Tisch damit schmücken. Wenn du nicht genauso wärst, wie du bist, würde diese Schönheit nicht existieren und unser Haus beehren.“
Quelle: www.muenchnersingles.de/forum/topic/...
Zweiter Sprung
Ewig sehe ich diese Verrückten Auktionen wo Schnitzel, Toastbrote und Leere Fehlende Tassen versteigert werden! Jedesmal denke ich, wer ersteigert sowas!?? Dann sehe ich wieder wie diese Artikel tatsächlich unter den Hammer kommen, und nicht immer für wenig Geld! Dann denke ich wieder, wer hat den größten Sprung in der Schüssel, der, der die Sachen versteigert?! Oder gar der, der die Sachen ersteigert !??
Quelle: www.wortfilter.de/kurios/0512/...
Dreiter Sprung
...War auch so'n Schlüsselerlebnis, wie ich meine erste Talk-Show im Fernsehen moderiert habe. War 'ne Live-Sendung, und 'ne halbe Stunde vor der ersten hab' ich gedacht, ich sterb' vor Angst, ich krieg' kein Wort raus. Und was soll ich Ihnen sagen? Kurz, eh' ich zu Hause losfahren will, klingelt das Telefon, Muttern ruft an. Fragt, wie ich mich fühle. Ich sag', ich bring's nicht, 's wird 'ne Katastrophe, ich krieg's Maul nicht auf. Und was sagt da meine mit allen Wassern des Lebens gewaschene Mutter? Junge, sagt sie, ist doch überhaupt kein Problem: Du mußt nur laut und deutlich sprechen!
Quelle: http://alisch.trilithium.de/stories/...
Jetzt kommt Koinboins Hammer-Gedankensprung. Da ist ein Riss in seiner Lieblingseiersuppentasse. Den hat Koinboin gerade entdeckt, als er den letzten Rest von seiner Eiersuppe rausgelöffelt hat. Aber das darf nicht sein. Es ist seine Lieblingseiersuppentasse. Seit mehr als 16 Jahren essen und schlürfen Koinboin und die Tasse zusammen die Eiersuppenbrühe und jetzt ist da ein Riss. Er ist zwar nur hauchdünn, aber man kann ihn sehen und am Rand der Tasse ist eine kleine Vertiefung zu sehen. Koinboin hofft, ihr Zustand verschlimmert sich nicht, denn sonst gucken die Hühner und der Hahn auf der Außen- und Innenseite der Tasse noch trauriger, als sie es jetzt schon tun...

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Samstag, 14. Februar 2009
Die Angst Letzter zu sein
Koinboin holt sein Abendbrot - 2 Scheiben Brot, 2 Butter und Scheibenkäse - in Cellofantüten verpackt in der Cafeteria ab. Hinter Koinboin reihen sich zwei ältere ungeduldige Herrschaften ein, die ohnehin nur die Essens- oder Essensabholzeiten als Uhrzeiten kennen. Nichts zu tun haben, aber wie Sau pressieren, sich krampfhaft am Rollator festhaltend und von einem Fuss auf den anderen Fuss tretend, die Vesperbrotausgabe erwartend.

Das die Vesperbrotausgabe neben dem Cafeteriabetrieb abläuft, kapieren sie Koinboins Lebtag nicht: Cafeteria geht vor Vesperbrot.

Nach Empfang des Vespers ziehen sie eilig vondannen, als hätten sie in der Lotterie gewonnen und berichten allgemein, das es geklappt hat. Schnell das Vesper in Sicherheit, aufs Zimmer, bringen, damit es einem nicht nach Schinderhannesscher Art abgenommen werden kann.

Plemplem, was sind das bloss für plemplemne Leute.

Koinboin macht sich mit seinem Vesperbrot in einem Beutel um den Hals auf den Nachhauseweg in Richtung des grossen Aufzugs. Eine kleine, für einen Rollifahrer schon steile Rampe, Koinboins geheime Olympiastrecke, führt in Richtung Aufzug.

Koinboin treibt seinen Rolli über den Greif-/Griffring vorwärts. Die angewendete Vorwärtskraft schiebt den Rolli vorwärts und stoppt sofort, wenn die Vorwärtskraft aufgebraucht ist. Wird der Greif-/Griffring nicht rechtzeitig betätigt, rollt der Rolli rückwärts. Also ist schnelle Reaktion gefordert, schnelles Vorwärtstreiben, die Räder dürfen nicht stillstehen...

Koinboin denkt jedesmal, wenn er diesen Weg nimmt: Wenn ich das eines Tages aus Altersgründen nicht mehr schaffe, muss Pflegestufe Eins beantragt werden, weil zu kraftlos, dann folgt Schwesternhilfe beim Transfer aufs Bett, vom Bett auf den Rollstuhl, vom Rollstuhl auf die Toilette usw..

Am Aufzug angekommen sitzt Koinboin ahnungslos in seinem Rollstuhl und wartet so nichts Bestimmtes vor sich hindenkend, auf den Aufzug. Koinboin kann den Aufzug hören wie er sich nähert. Ein Luftzug wie aus einer Luftpumpe gepresst, dringt durch alle Ritzen der Fahrstuhl-Schiebetür, die sich ruckelnd öffnet. Eine Person mit Rollator ist drin und will aussteigen. Koinboin aber will einsteigen.

Intelent wie alles im Haus angeordnet ist, steht vor dem Eingang zum Aufzug eine Sitzbank mit Rückenlehne, sodass sich ein Rolli und ein Rollator nicht aneinander vorbeiquetschen können. Der Einsteigen-
wollende muss nachgeben und in Fahrtrichtung hinter die Sitzbank zurückfahren. Jetzt kann der Aussteigenwollende aus dem Fahrstuhl rausfahren, währenddessen sich die Aufzugstür schliesst. Jetzt kommen beide aneinander vorbei. Der Einsteigenwollende ruft den inzwischen weggefahrenen Fahrstuhl und kann so es das Schicksal mit ihm gut meint, einsteigen und seinem Ziel entgegenfahren.

Koinboins Fazit: Hat tu ne Gartenbank neben dir, kann's dauern. Dann gilt: Hat tu Haschisch in de Taschen, hat tu was zu naschen oder weil's dauert: Hat tu Dauerzwieback dabei?


NächstenLiebeDienstleistungsladen (1)

Koinboin hat am Valentinstag die Spendierhosen an und wollte für alle seine Schweschtern in die Gemeinschafts-Kaffeekasse, wie Weihnachten, einen Betrag Geldes über eine Schweschter einlegen lassen.

Überraschung: Die erste Schweschter, die Koinboin über den Weg lief, wollte/konnte/durfte das Valentinstagsgeschenk nicht annehmen, weil’s der Scheff - bei Zuwiderhandlung Rauswurf - verboten habe, Geschenke ausser Naturalien anzunehmen.

Koinboin erwiderte, dass er leider keinen Sack Kartoffeln zur Hand hätte.

Die Schweschter liess einen erstaunten, ungläubigen Koinboin zurück und zog ihres Wegs.

Fazit: Gesetze müssen in einem NächstenLiebeDienstleistungsladen nicht nur vom Personal sondern auch von An-/Ein-/Bewohnern befolgt werden...

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