Mittwoch, 4. Februar 2009
Fieber
Aus dem alltäglichen Trott rauskommen, etwas anderes machen, nicht alles so wichtig nehmen.

Wegfliegen müsste man können, wohin auch immer, frei sein, wovon und für was auch immer.

Dieser Gedanke hat Koinboin schon immer fasziniert.

Koinboin isst einen Apfel, hat kaum Hunger, ist müde, legt sich dann aufs Sofa, einen Mittagsschlaf braucht er. Dann zum Arzt.

Früher ist Koinboin nie zum Arzt gegangen, hatte Glück, war fast nie krank, konnte Bäume ausreißen.

Früher hat Koinboin oft über das Sterben nachgedacht, Angst vor dem Tod hat Koinboin nie gehabt, aber Angst vor dem Sterben, vor einem Dahinsiechen, vor Schmerzen.

Eine Tablette müsste man haben, dachte Koinboin früher oft, eine Tablette, die alles beendet, Koinboin hätte sie wahrscheinlich gebraucht, hatte sie aber nicht.

Bisher hatte Koinboin nur von solchen Situationen gelesen, konnte mitfühlen, aber hat sie nicht richtig verstanden.

Alles ist so plötzlich gekommen, alles hat sich geändert.

Koinboin liegt da und denkt, denkt an vieles, was er getan hätte, wenn..., was andere hätten tun sollen..., was er noch alles tun wollte...
- Thomai, erinnerst du dich noch, als wir zusammen in Kalimaria am Meer waren?
- Ja, es war Sommer, eine fürchterliche Hitze.
- Erinnerst du dich auch noch an die alte Frau, die da saß, am Strand, im Sand, auf einem Handtuch und auf das Meer schaute?
- Ja, sie ist schon sehr alt und allein.
Die alte Frau schaute aufs Wasser, als wenn sie etwas finden wollte.
Koinboin glaubt, sie wusste, dass sie nicht mehr viel Zeit hatte. Auch er möchte noch einmal raus, am Meer sein, Vögel fliegen sehen, aufs Wasser schauen und träumen.

Koinboin hat einen Rollstuhl bekommen, kann damit spazieren fahren. Er muss dann nicht immer im Appartment sein, kommt mal raus aus dem Haus, kann endlich einmal wieder etwas anderes sehen.
Und Pariser Pfeffersteak mit viel Pfeffersosse und Pommes frites essen.

Spazieren wird Koinboin jetzt manchmal gefahren, sitzt in seinem Rollstuhl wie ein Krüppel. Koinboin setzt sich manchmal in ein Café, die Leute starren ihn an, keine Beine. Koinboin denkt sich: Leckt mich...

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Dienstag, 3. Februar 2009
Das kleine Nachtgespenst
Morgens auf dem Weg zum Frühstücken, begegnet Koinboin, zwischen Hochhaus und Neubau im Tunnel, dem kleinen Nachtgespenst. Mit flatternden Haaren und langem Nachthemd schwirrt es grusslos an Koinboin vorbei.

Koinboins Nachfragen ergaben, dass dies nichts besonderes sei, sondern öfter, morgens im Nachthemd, vorkomme.

Auch tagsüber ist Koinboin ihr schon begegnet, aber angezogen in voller Tagesmontur läuft sie von Station zu Station als kontrolliere sie alles auf Richtigkeit.

Das Personal ermuntert sie oft, ihre Kontrolettifunktion auszuüben und stumm, ohne eine Miene zu verziehen, zieht sie grusslos ihre Bahn...

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Montag, 2. Februar 2009
Die kleinen So-wo-samma-denn-Neger,
eine kleine bayrisch-afrikanische Pyjama- sorry, Pygmäenart, marschieren in einer Linie zwischen den Grashalmen des übermannshohen Elefantengrases immer gerade aus.

Die Grashalme versperren die Sicht, deshalb muss einer immer seine Hand nach oben ausfahren wie ein U-Boot sein Periskop, und weil's immer noch nicht langt, hoch hopfen, über die Grashalme hinweggucken, um zu sehen, wo sie sind und dann immer rufen,
so-wo-samma-denn.


Ein Preusse kommt nach Bayern,

sieht dort Leute arbeiten und fragt den Vorarbeiter:
- Was machen die alle da?
- Rama dans.
- Und was machen Sie?
- Rama dui.

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