manchmal auch Zwiebelkuchenverhältnis - ist ein umgangssprach-
licher Ausdruck für eine lose Liebesbeziehung, bei denen es den Männern mehr um ein warmes Essen als um Liebe geht.
Bratkartoffelverhältnisse entstanden nach den Weltkriegen aus der Not heraus - Zweckbeziehungen, in denen es rein um die Versorgung mit einem Magen wärmenden Essen, weniger um die Seelenwärme ("alles was sie an hatte war das Radio") ging. Schon vor Heinz Rühmanns spätem Oberprimaner, der von seiner Zimmer-
wirtin zum Frühstück mit Bratkartoffeln genudelt wird, hatte sie ihr Fett wegbekommen - die Bratkartoffel als Seelentröster in jeder Kindheit, im Rang vergleichbar dem Vanillepudding und Eier-
kuchen, verliert auch in erwachsenen Frustfällen nichts von ihrer Wirkung und ist einer Tüte Chips oder Erdnussflips bei weitem vorzuziehen.
Ob man Bratkartoffeln aus gekochten oder rohen Kartoffeln zubereitet, ist Geschmackssache, nur fest kochend sollten sie sein. Die Eisenpfanne im Haus garantiert knusprige, rösche Ergebnisse. Gut harmoniert die Bratkartoffel mit Kümmel, Edelpaprika, Majoran und Zwiebel, magerer Speck oder geschnibbelte Mettendchen kitzeln mit würzigen Röststoffen die Geschmacksknospen. Man genießt Bratkartoffeln pur oder mit Spiegeleiern, Bratwurst und Kümmelkotelett, als Beilage zu Spießbraten und Blutwurst, Kräuter-
quark, kaltem Roastbeef oder Kalbskopfsülze. Komplettiert mit allerlei Resten aus Fleisch, Wurst, Gemüse, komponiert als Bauern-
schmaus, sie sind ein Gericht für alle Lebenslagen.
Quelle: www.kochform.de/...
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