Samstag, 29. Januar 2011
Küchenlatein

Wer nun denkt, es ginge um witzige Küchenrezepte oder so, der irrt gewaltig. Gemeint ist die spöttische Bezeichnung für ein als 'schlecht' oder 'barbarisch' geltendes Latein, eben um das 'latinitas culinaria'.

In der Klassischen Antike geschulte Humanisten bezeichneten damit das aus ihrer Sicht 'verderbte Mönchslatein' (= Kirchen-
latein) des Mittelalters, im Gegensatz zum erneuerten Humanistischen Latein. Ihnen war jene Weiterentwicklung der spätantiken lateinischen Sprache ein Gräuel, und sie propagierten eine Rückkehr zum Stil Ciceros oder Caesars.

Später überträgt sich der Ausdruck auch auf einen frühneu-
zeitlichen Vulgärlatein-Umgangsdeutsch-Potpourri, wie er sich etwa auch in der Verwaltungssprache (= Amts-/Beamten bzw. Juristen-
deutsch) findet, z.B "Raufutterverzehrende [= trockenes, rohfaserreiches Futtermittel (Stroh, Heu, Spreu) verzehrende] Großvieheinheit" steht für ein Rind (Kuh/Bulle/Kalb) und Studenten-/Burschensprache, z.B. Spiritus Kornus für Branntwein, Dickus für einen beleibten Menschen, Politikus für einen Schlaukopf, Schwachmatikus oder Schlechtikus.

Quelle: wikipedia

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