Montag, 10. Januar 2011
Koinboin seine Zukunft wird langsam knapp

Hier muss Koinboin erst mal weit, weit ausholen (das ist die von Koinboin angewendete Winnetou-Methode: großen Bogen schlagen und von hinten ranschleichen, um dann in richtigen Moment...) und beginne diesmal bei...

Das alte Jahr ist verdampft, das neue liegt vor. Es sind ja noch ein paar Tage hin, aber Fünfsiebzig wird ein schöner Happen sein. Koinboin versucht es nicht so zur Kenntnis zu nehmen – aber das Alter geht an keinem spurlos vorbei. Die Zukunft wird langsam knapp. Angst vorm Tod? Nein, Koinboin denkt darüber nicht nach. Aber man kann nie wissen, wann's losgeht mit dem Klettergarten der ewigen Jagdgründe.

In Selbstgesprächen fragt sich Koinboin oft, wie bist du eigentlich über den Verlust Deiner Beine hinweggekommen? Koinboin redet mit sich selber immer per Du und meinte: So ist's, weitermachen.

Andere, z.B. Koinboins Doc, bewundern Koinboin, weil er nicht in tiefe Depressionen verfallen ist, loben die innere Haltung wie Koinboin am Ende sein Leben meistert, sie hätten, das kaum glauben können, zumal wenn auch Phantomschmerzen ihn plagen.

Was Koinboin nicht haben möchte, ist Bettlägerigkeit, oder dass sich Sabine und Katja Sorgen machen müssen.

Koinboin glaubt, dass die Welt, in der wir leben, real ist und der Tod endgültig. Nach dem Tod kommt nichts mehr!

Ausschließen darf man jedoch gar nichts! Koinboin immer gegen-
wärtig ist das altägyptische Totenbuch mit der Waage der Gerechtigkeit. Auf einer Waagschale liegt das Herz des Verstorbenen, das als Sitz der Seele und des Verstandes galt. In der anderen Waagschale liegt die Feder der Gerechtigkeit. Beides wird gegeneinander abgeglichen. Ist das Herz schwerer als die Feder der Gerechtigkeit, wird die Seele des Verstorbenen vernichtet, liquidiert, beseitigt, eliminiert, vertilgt oder dessen Licht wird ausgepustet...

Dennnoch Angst vor dem Gevatter Tod, weil es das absolute Ende ist, wie schon gesagt, Neien...

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es hat ja auch keinen sinn angst vor etwas zu haben das so unausweichlich kommt wie der tod.

ein nach massgabe der möglichkeiten anständiges leben geführt, niemanden über gebühr verletzt, freunde und freude gehabt zu haben - daran sollte man zurückdenken können.

schlimm ist es nur dann, wenn man bewusst grosse schuld auf sich geladen hat und die dinge nicht mehr in ordnung bringen konnte, oder sich zumindest entsprechend entschuldigen. alles andere ist menschlich, es gibt wohl niemanden der von sich sagen kann er/sie/es habe alles im leben gut und richtig gemacht und nie einen fehler begangen oder eine in der folge schlechte entscheidung getroffen. manchmal trifft man eigentlich falsche entscheidungen und es geht viel besser aus als irgendwer zu hoffen wagte, manchmal trifft man die eigentlich richtige entscheidung und alles endet im desaster.

und es gibt diese geschichte von dem lichttunnel, in den man gehen kann und in dem alles so wunderbar leicht und warm und weich ist, ohne schmerzen und angst, und es gibt diesen tunnel wirklich. manche haben ihn schon gesehen und konnten - oder mussten - dann doch wieder zurück, daher wissen wir dass er existiert. wohin auch immer er führen mag: man braucht sicherlich keine angst vor ihm zu haben.

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