Sonntag, 22. Februar 2009
Torte Salto Mortale
langhans, 05:06h
Nach Kriegsende hat Koinboins Mutter Herta Maria, die sehr gläubig war, sofort veranlasst, das wir Kinder Bruder Knut und Koinboin getauft werden. Vater Koinboin hatte als Mitglied der NSdAP die Erlaubnis zur Taufe verweigert...
Aus dem Anlass der Taufe hatte Mutter Koinboin für eine Torte alle Zutaten gespart und in eine Bäckerei geschleppt. Koinboin sollte nun das Produkt, die fertige Torte abholen.
Während der Bäcker die Torte vom hinteren Bereich seiner Bäckerei holte, hat Koinboin ein Brötchen aus der Auslage geklaut.
Der Bäcker bringt die Torte mit einem Backblech auf einem grossen Teller.
Auf dem Weg durch den Stadtwald wollte Koinboin das geklaute Brötchen aus der Hosentasche angeln, mit einer Hände hat Koinboin die Torte auf dem Backblech auf dem grossen Teller balanciert. Aber nun geht’s los. Die ganze Sache kommt ins Rutschen, einmal hin und einmal her, ist ja nicht so schwer.
Und schwupps, lag die Torte auf dem Waldboden. Kinoreife Aktion.
Ohne Hilfsmittel die Torte, von Tannenadel durchbohrt, irgendwie eingesammelt.
Mutter hat sich heldenhaft verhalten, keine Schimpfe, nach der Taufe gab’s Torte mit Tannennadeln verziert.
Was Koinboin in Erinnerung geblieben ist, die Taufe fand in unserer Wohnung statt und das Taufwasser kam aus dem Wasserhahn. Irgendwie ist das Koinboin komisch vorgekommen und er hat es als falsch empfunden.
Koinboins Taufspruch Jesaja 43,1: Und nun spricht der HErr, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöset; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!
Aus dem Anlass der Taufe hatte Mutter Koinboin für eine Torte alle Zutaten gespart und in eine Bäckerei geschleppt. Koinboin sollte nun das Produkt, die fertige Torte abholen.
Während der Bäcker die Torte vom hinteren Bereich seiner Bäckerei holte, hat Koinboin ein Brötchen aus der Auslage geklaut.
Der Bäcker bringt die Torte mit einem Backblech auf einem grossen Teller.
Auf dem Weg durch den Stadtwald wollte Koinboin das geklaute Brötchen aus der Hosentasche angeln, mit einer Hände hat Koinboin die Torte auf dem Backblech auf dem grossen Teller balanciert. Aber nun geht’s los. Die ganze Sache kommt ins Rutschen, einmal hin und einmal her, ist ja nicht so schwer.
Und schwupps, lag die Torte auf dem Waldboden. Kinoreife Aktion.
Ohne Hilfsmittel die Torte, von Tannenadel durchbohrt, irgendwie eingesammelt.
Mutter hat sich heldenhaft verhalten, keine Schimpfe, nach der Taufe gab’s Torte mit Tannennadeln verziert.
Was Koinboin in Erinnerung geblieben ist, die Taufe fand in unserer Wohnung statt und das Taufwasser kam aus dem Wasserhahn. Irgendwie ist das Koinboin komisch vorgekommen und er hat es als falsch empfunden.
Koinboins Taufspruch Jesaja 43,1: Und nun spricht der HErr, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöset; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!
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langhans,
Sonntag, 22. Februar 2009, 12:33
Auszug aus Email-Zuschrift von Frau kelef
Die Geschichte von dem geklauten Brötchen ist herrlich. Kleine Ursache eigentlich, aber grosse Wirkung oder: unrecht Gut gedeiht nicht bzw. bringt Unheil. Meine Mutter hätte mich erschlagen wenn sowas wie mit der Torte passiert wär, vermutlich mit dem Tortenteller. Aber die Gefahr bestand insofern nicht, als sie viel zu geizig war um eine Torte beim Bäcker backen zu lassen. Solange ihre Mutter lebte, buk die, und später gab es einfach keine Torten mehr, das war die billigste Lösung. Und die Mutter meiner Mutter buk sowieso nur Torten, die meinem Vater schmeckten, und die wollte ich eigentlich nie. Und es erschloss sich mir auch nie, warum ich zum Geburtstag eine Torte bekam, die dem Papa schmeckte und nicht eine, die mir schmeckte. Mir hätte ja schon ein einziges Stück genügt, von einer Torte die so aussah wie die in der Konditorei, so eine nussige oder eine schwarze schokoladige. Gab aber immer nur Bisquit mit Kakaocreme, ich hasste die. Musste ich dann essen, ich war ja sowieso ein undankbares Kind, und im Krieg wären die Kinder froh gewesen wenn sie überhaupt etwas zu essen bekommen hätten, und überhaupt.
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